Serielles Bauen: Warum vorgefertigte Sanitärmodule zum Erfolgsmodell wurden

Serielles Bauen bezeichnet ein Bauverfahren, bei dem Gebäude oder Gebäudeteile nach standardisierten, wiederholbaren Grundrissen und Bauteilen errichtet werden – mit dem Ziel, Planungs- und Bauzeiten sowie Kosten gegenüber dem klassischen Einzelentwurf spürbar zu senken. Der Rahmenvertrag „Serielles und modulares Bauen“, 2018/2019 vom GdW gemeinsam mit dem Bundesbauministerium initiiert, hat das Konzept in Deutschland von einer Nischenidee zu einem etablierten Bestandteil der Wohnungsbaupolitik gemacht: Mehrere Bieterkonsortien wurden für standardisierte Wohnungsbautypen unter Vertrag genommen, auf die kommunale und genossenschaftliche Bauträger seither zugreifen können, ohne jedes Projekt neu auszuschreiben.
Der Auslöser bleibt unverändert aktuell: Deutschland fehlen nach Schätzungen von Branchenverbänden mehrere hunderttausend Wohnungen, während klassische Bauprojekte häufig an Planungs-, Genehmigungs- und Gewerkekapazitäten scheitern. Serielles Bauen adressiert genau diesen Engpass, indem es die immer wiederkehrenden, planungsintensivsten Bauteile eines Gebäudes – dazu zählt das Bad an vorderster Stelle – aus der Baustelle in die Fabrik verlagert.
Warum das Sanitärmodul der Kern des seriellen Ansatzes ist
Kaum ein Raum im Wohnungsbau ist so gewerkeintensiv wie das Bad: Sanitärinstallation, Elektrik, Abdichtung, Fliesenarbeiten und Endmontage müssen auf wenigen Quadratmetern präzise ineinandergreifen. Bei einem seriellen Bauprojekt mit Dutzenden oder Hunderten identischen Wohneinheiten wird genau diese Komplexität zum limitierenden Faktor auf der Baustelle, wenn sie gewerkeweise, Etage für Etage, wiederholt werden muss.
Ein vorgefertigtes Sanitärmodul löst dieses Problem, indem das komplette Bad – Bodenwanne, Wandelemente, vorinstallierte Sanitär- und Elektrotechnik, Fliesen und Ausstattung – im Werk unter kontrollierten Bedingungen gefertigt, geprüft und anschließend als fertige Einheit auf die Baustelle geliefert wird. Vor Ort beschränkt sich die Arbeit auf das Einheben, den Anschluss an die Gebäudetechnik und die Anschlussabdichtung – ein Bruchteil des Aufwands eines klassisch gefliesten Bades.
Fertigungskapazität als Argument für Bauträger
Der wirtschaftliche Vorteil des seriellen Bauens steigt mit der Stückzahl: Ein einzelnes Sonderbad trägt die vollen Kosten für Planung, Prototyp und Werkzeugbau. Bei einem Projekt mit hunderten identischen Modulen verteilen sich diese Kosten auf jede Einheit, während gleichzeitig ein einziger geprüfter Prototyp für das gesamte Baulos genügt. Domczar, ein europäischer Hersteller vorgefertigter Sanitärmodule mit Zertifizierung nach ISO 9001 und ISO 14001, fertigt jährlich rund 9.000 Module und hat unter anderem 457 Einheiten für ein Hotelprojekt in Dublin sowie 362 Einheiten für ein Hotelprojekt in Warschau im Jahr 2025 geliefert – Referenzprojekte, die dieselbe Logik der Wiederholung nutzen, die auch dem seriellen Wohnungsbau zugrunde liegt.
Für Bauträger, Genossenschaften und Planungsbüros, die serielle oder modulare Wohnungsbauprojekte prüfen, lohnt sich ein Blick auf die Fertigungstechnologie hinter vorgefertigten Sanitärmodulen, um die Machbarkeit für das eigene Bauvorhaben frühzeitig einzuschätzen.
Über Domczar: Domczar fertigt vorgefertigte Sanitärmodule für Wohnungsbau, Hotels, Studentenwohnheime und Pflegeeinrichtungen in ganz Europa – aus einem Werk in Nordostpolen mit einer Jahreskapazität von 9.000 Einheiten.
