Heizkörper vor der Heizsaison reinigen: Was sich im Sommer angesammelt hat

Bevor die Heizung im Oktober zum ersten Mal anspringt, lohnt sich ein Blick hinter und in die Heizkörper. Über die warmen Monate sammelt sich dort Staub, Pollen, Tierhaare und in Küchennähe ein feiner Fettfilm. Beim ersten Aufheizen wird das alles nach oben in den Raum getragen. Der typische leicht verbrannte Geruch am ersten Heiztag stammt genau daher.

Ein sauberer Heizkörper gibt außerdem spürbar mehr Wärme ab. Staub zwischen den Lamellen wirkt wie eine Dämmschicht und zwingt die Anlage, länger zu laufen, um dieselbe Raumtemperatur zu erreichen.

Warum der Zeitpunkt jetzt richtig ist

Solange der Heizkörper kalt ist, lässt sich Staub trocken entfernen und Feuchtigkeit verdunstet nicht sofort an der Oberfläche. Bei einem warmen Heizkörper trocknet jedes Reinigungsmittel innerhalb von Sekunden an und hinterlässt Streifen. Außerdem verbrennt Staub, der auf warmen Flächen liegt, zu einem Belag, der sich deutlich schwerer löst.

Wer im September oder Anfang Oktober reinigt, arbeitet unter den besten Bedingungen und hat den Vorteil, dass der erste Heiztag ohne Geruch und Staubwolke verläuft.

Schritt 1: Trocken vorreinigen

Der größte Teil der Verschmutzung ist loser Staub, und der gehört nicht nass verwischt, sondern abgesaugt. Ein Staubsauger mit Fugendüse erreicht die Zwischenräume von Rippen- und Plattenheizkörpern. Für die Rückseite hilft ein langer, flacher Heizkörperpinsel oder eine Lamellenbürste, die zwischen Heizkörper und Wand passt.

Siehe auch:  Kontrastfarben richtig kombinieren und einsetzen

Ein Trick für Plattenheizkörper mit Konvektorblech: Ein Handtuch unter den Heizkörper legen und die Zwischenräume von oben mit dem Föhn auf kalter Stufe durchblasen. Der Staub fällt auf das Handtuch und wird nicht im Raum verteilt.

Schritt 2: Nass reinigen, aber material­gerecht

Die meisten Heizkörper sind mit Einbrennlack beschichtet. Dieser Lack ist robust gegen Hitze, aber empfindlich gegen zwei Dinge: Scheuerpartikel und stark alkalische Reiniger. Beides macht ihn stumpf, und ein matt gewordener Heizkörper lässt sich nicht mehr auf Glanz bringen.

Geeignet ist warmes Wasser mit einem neutralen Allzweckreiniger und ein weiches Mikrofasertuch. Bei fettigem Film, wie er in Küchen und Wohnküchen entsteht, hilft ein milder Fettlöser, der für lackierte Flächen freigegeben ist. Nach dem Reinigen mit klarem Wasser nachwischen und trocken reiben, damit sich beim ersten Aufheizen keine Wasserflecken einbrennen.

Wer für Heizkörper, Fensterbänke, Türen und Sockelleisten dasselbe Mittel verwenden möchte, greift am besten zu einem Produkt, das ausdrücklich für lackierte Oberflächen ausgewiesen ist. Ein Blick auf ein nach Einsatzbereichen sortiertes Sortiment an Reinigungs- und Pflegeprodukten für den Haushalt zeigt, welche Mittel für Lack geeignet sind und welche ausschließlich für Keramik, Stein oder Glas gedacht sind. In der Schweiz sind die entsprechenden italienischen Serien über lokale Anbieter mit Lagerhaltung im Land erhältlich.

Schritt 3: Ventil, Thermostat und Wand

Am Thermostatkopf sammelt sich Staub in den Rillen, wo er die Beweglichkeit des Fühlers beeinträchtigen kann. Ein feuchtes Tuch und eine alte Zahnbürste reichen aus.

Die Wand hinter dem Heizkörper zeigt nach einigen Jahren oft einen grauen Schatten. Das ist kein Schimmel, sondern abgelagerter Staub, der durch die aufsteigende Warmluft an die Wand gedrückt wurde. Er lässt sich mit einem Schmutzradierer oder mit einem leicht feuchten Tuch abnehmen. Bei Raufaser vorsichtig arbeiten, damit die Tapete nicht aufweicht.

Siehe auch:  Badewanne einbauen – planungstipps für ein sicheres ergebnis

Schritt 4: Entlüften nach dem Reinigen

Wenn der Heizkörper ohnehin frei zugänglich ist, lohnt sich das Entlüften im selben Arbeitsgang. Ein gluckerndes Geräusch oder ein Heizkörper, der oben kalt bleibt, weist auf eingeschlossene Luft hin. Mit dem Entlüftungsschlüssel das Ventil öffnen, bis Wasser austritt, dann wieder schließen. Anschließend den Druck an der Heizungsanlage prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen.

Was Sie vermeiden sollten

  • Scheuermilch oder Scheuerschwämme auf lackierten Heizkörpern
  • Stark alkalische Reiniger, die den Einbrennlack angreifen
  • Nassreinigung bei warmem Heizkörper
  • Möbel oder Verkleidungen direkt vor dem Heizkörper, die den Staub zusätzlich halten
  • Dampfreiniger auf Heizkörpern mit Rostansatz, weil die Feuchtigkeit den Rost beschleunigt

Der Aufwand im Verhältnis

Für ein durchschnittliches Haus mit acht bis zehn Heizkörpern liegt der Zeitaufwand bei zwei Stunden. Wer die Reinigung jedes Jahr im Frühherbst einplant, spart Heizkosten, verhindert den Staubgeruch beim ersten Aufheizen und schont den Lack, der bei jährlicher Pflege Jahrzehnte hält.

Leave A Comment